Suberversion des Wortes

Suberversion des Wortes

Unter der Kuppel der Social Media, in der fast nur Selfies und verwechselbare Foto-Sujets den guten Ton angeben, ist es für Autoren, Romanciers und Dichter hart geworden, mit ihrer Ware hausieren zu gehen. Worte sind die Underdogs der Social Media. Manchmal zum Amüsement herbeigezerrt, um Memes zu drapieren, können Worte noch als Chimären, als Slogans, blühen.

Es ist dann bitter, wenn Mark Zuckerberg die Funktion, mehrere Bilder auf Facebook und Instagram aneinanderzureihen, als „Story“ benennt. Der Akt des Erzählens wird dadurch zum Ikonografischen genötigt, dem selektiven Urteil des Augenscheins preisgegeben.

Meinetwegen können Selfies Abdrücke des Individuellen bleiben. Die Originalität des Denkens hingegen ersetzen sie nicht. Dazu braucht es Erzählung, Umschreibung, Sprache, das Wort, denn man denkt, wie man spricht. 

Zeit für Subversion! Schleust Worte ein, wo nur Foodpics Zutritt haben! Verhunzt die gefilterten Urlaubsbilder mit infiltrierten Sinnfragen! Impft dem hohlen Memestream Tiefe ein! Bringt die wischenden Finger dazu, inne zu halten! Habt etwas zu sagen, nicht etwas zu knipsen!

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